Secondhand: Gebrauchte Möbel und mehr,
Weitervermittlung mit dem Anspruch der Nachhaltigkeit

Karitativ-gemeinnützige Organisationen (KGOs) widmen sich auch der Vermittlung von gut erhaltenem Gebrauchtmobiliar. Neben Ihrer sozialen Tätigkeit helfen sie damit auch, Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen, weil über die Verlängerung der Lebenszyklen der vermittelten Waren keine neuen Emissionen entstehen.

Die Begriffe "Gebrauchtmobiliar" und "Gebrauchtmöbel" sind nach Lottner (2007) folgendermaßen definiert:

Versicherungsgesellschaften bieten für alles Bewegliche / Mobile eines Haushalts Hausrat-Versicherungen an. Kraftfahrzeuge oder Teile hiervon gehören nicht dazu, sie spielen eine Extrarolle.

Dem Oberbegriff "Hausrat" entsprechen im Secondhand-Bereich die "Gebrauchtwaren". Das Mobiliar ist der sperrige Teil der Gebrauchtwaren. Es ist die Seele einer Wohnung / eines Hauses, macht diese erst bewohnbar, lässt der Gestaltungskraft seines Bewohners freien Raum und charakterisiert ihn. Möbel sind neben weiteren Einrichtungsgegenständen Teilmenge des Mobiliars. Sie sind nach Wikipedia Oberbegriff für Einrichtungsgegenstände in Wohnungen, Geschäften, Büroräumen und im Außenbereich. Ein Möbel ist zweckgebunden und dient der Aufnahme von Gegenständen, dem Verrichten von Tätigkeiten, dem Sitzen oder Liegen. Das (Gebraucht-)Mobiliar ist dem (Gebraucht-)Möbel übergeordnet und umfasst noch weitere sperrige Einrichtungsgegenstände, wie z.B. Webteppiche, größere Elektro- und Elektronikgeräte, Sportgeräte, Fahrräder, große Topfpflanzen (lebendes Mobiliar).

"Gut erhalten" bzw. aus Sicht der KGO mit- oder übernahmefähig sind Gebrauchtmöbel zur Abgabe nach Herzog (2007) dann, wenn sie

  • in Ordnung bzw. intakt sind, unabhängig von Geschmack oder Trend oder
  • aus Vollholz bestehen, selbst wenn sie kleinere Schäden aufweisen,
  • vor der Abholung aufgebaut sind,
  • noch je zweimal ab- oder aufgebaut werden können (was nicht für jedes neue Sperrholzmöbelstück aus Mitnahmemärkten gilt).

Elektrogeräte wie z.B. Leuchten (Hänge- und Steh"lampen") und Elektronik-Geräte müssen ebenfalls intakt oder vor der Weitervermittlung mit geringem Aufwand reparabel sein. Schon aus Gewährleistungsgründen sollten sie einer eingehenderen Funktionskontrolle unterzogen werden.

Von 2005 bis 2007 hatte der Lehrstuhl für Produktions- und Umweltmanagement der Universität Augsburg das Projekt "Optimierung der Erfassung und Weitervermittlung von Gebrauchtmobiliar in Bayern mit dem Ziel der Erhöhung der Wiederverwendungsquote" zusammen mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt entwickelt. Mit diesem Projekt wurden Grundlagen zur wirtschaftlichen Effizienz der Arbeit der auf diesem Gebiet tätigen KGOs erarbeitet. Damit wurde auch das dritte Kriterium für ein nachhaltiges Handeln der KGOs gestärkt. Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigt beiliegender Endbericht.

In Bayern tätige knapp 200 KGOs für Gebrauchtmöbel und mehr sind nachfolgend gelistet: