Secondhand: Bauteile, Kleidung, Möbel und mehr –
Weitervermittlung mit dem Anspruch der Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Handeln umfasst drei Felder, die in enger Wechselbeziehung stehen:

  • der Schutz der Umwelt, die wirtschaftliche Effizienz und die soziale Solidarität.
  • Können wirtschaftliche Effizienz und Umweltschutz in Einklang gebracht werden,
  • spricht man auch von Ökoeffizienz.

Karitativ-gemeinnützige Organisationen (KGOs) widmen sich der Weitervermittlung von Gebrauchtwaren, ggf. auch nach Sortierung derselben im Rahmen der Vorbereitung zur Wiederverwendung nach § 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz (s. Unterseite gebrauchte Kleider), um Mittel für soziale Projekte zu erwirtschaften. Dass KGOs damit indirekt auch Abfälle durch Wieder- oder Weiterverwendung der Güter vermeiden, macht ihre Arbeit nur noch wertvoller, helfen sie doch ihren Kommunen, das Siedlungsabfall-Aufkommen zu verringern. Je erfolgreicher sie dabei wirtschaften, desto ökoeffizienter handeln sie.

Bauteilbörsen können helfen, Bau- und Abbruchabfälle als die größte Teilmenge aller Abfälle zu verringern. Das "bauteilnetz Deutschland" fördert deutschlandweit die Einrichtung von Bauteilbörsen. In Bayern gab es zwei solcher Börsen in Augsburg und in Weißenburg. Auch sie wurden von KGOs betrieben. Beide mussten aber aus unterschiedlichen Gründen schließen. Bauteile sind alle Gegenstände am Haus, mit denen man in der Regel nicht umzieht, wie Pflastersteine, Bausteine, Dachpfannen, Sanitäranlagen, Heizungskörper, Fenster, Türen, Treppen, Parkett, Zäune etc.. Herausforderung dabei ist, potenzielle Angebote aus Abbruchhäusern und die Bauteil-Nachfrage überein zu bringen. Meistens muss zwischengelagert werden, und das wegen der Witterung überdacht. Hierzu fehlen oft die Möglichkeiten.

Abfälle zu vermeiden, bedeutet nicht Konsumverzicht: Jeder lebt nach seinen Möglichkeiten, immer mehr leben vielleicht auch das Secondhand-Thema betreffend bewusster. Jedem steht frei, Neues, wenn möglich qualitativ Hochwertiges zu kaufen und damit seinen Beitrag zum Bruttosozialprodukt zu leisten oder mit dem, was er hat, zufrieden zu sein. Konsum sollte nicht zur Bürde werden, sondern frei nach den persönlichen Bedürfnissen erfolgen. Die Weitergabe qualitativ hochwertiger Artikel, seien es Secondhandkleider, Secondhandmöbel oder sonstige gebrauchte Waren, trägt ebenfalls zur wirtschaftlichen Entwicklung bei, ermöglicht sie doch auch denjenigen mit beschränkten Mitteln – jungen Leuten in Ausbildung, jungen Familien und vielen anderen – an einem Konsum light teil zu haben, der ihnen sonst versagt bliebe. Ferner helfen Erwerb und Weitergabe hochwertiger Waren, die Flut neuwertiger Billigwaren einzudämmen, die infolge mangelnder Qualität rasch wieder zu Abfall werden (Ressourcenschonung, Einsparung auch klimarelevanter Emissionen und Ausgaben etc.).

Die KGOs nehmen im Rahmen ihrer sozialen Tätigkeit weitere Aufgaben der Kommunen wahr, wenn sie Langzeitarbeitslosen und vielen anderen helfen, sich über derlei Tätigkeiten für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Bei der Arbeit der KGOs kommt es daher nicht nur auf die Quantität des vermittelten Materials an, sondern auch auf die Qualität der mit der Vermittlung gut erhaltener, sauberer Waren am Einzelnen und damit auch an der Gesellschaft geleisteten Arbeit. Die Arbeitsbedingungen der KGOs sollten daher so optimal wie möglich sein. Voraussetzung hierfür sind eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kommune sowie eine adäquate finanzielle Würdigung der Arbeit der KGOs (z. B. Förderung nach vermiedener Abfallmenge) durch die Kommune, deren Aufgaben der Betreuung, Qualifizierung und Wiedereingliederung schwer Vermittelbarer quasi zur KGO / zu den KGOs ausgelagert sind. Diese arbeiten damit für die oder an Stelle der Kommunen. Die KGOs sollten in die Lage versetzt werden, auch feste Stellen zu schaffen. Damit wäre die Nachhaltigkeit vollendet.

Nachfolgend eingestellter Artikel der "Frankenpost" stellt sehr anschaulich Aufgabe, Tätigkeit und Erfolge einer KGO dar.